Preußischer Freundeskreis

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Zitate

Ausgewählte Zitate zu Preußen, Geschichte und preußischen Tugenden.

„Die Fürsten wollen selbst in deine Schule gehen, / Drumb hastu für sie ein Spree-Athen gebaut."
— Erdmann Wircker (1706)
Die oft weiter verwendete Metapher "Spree-Athen" für Berlin geht auf den märkischen Poeten E. Wircker zurück. Obwohl sich das Gesicht Berlins seit 1706 mehrfach durchaus merklich wandelte, wurde sie vor allem später im 19. Jhdt. populär und wird auch heute noch verwendet, wenn auch nicht so intensiv wie "Elbflorenz" für Dresden.
„Von Potsdam aus wurde Preußen aufgebaut, von Sanssouci aus durchleuchtet. Die Havel darf sich einreihen in die Zahl deutscher Kulturströme."
— Theodor Fontane
Unter den vielen Zitaten von T. Fontane über die Mark Brandenburg enthält diese Aussage einen bemerkenswerten kulturhistorischen Hinweis im zweiten Satz.
„Die Geschichte ist nie Richterin, sondern allezeit Rechtfertigerin."
— Benedetto Croce
Croce (1866-1952) wollte ausdrücken, dass die Vergangenheit niemanden moralisch verurteilt. Geschehnisse sollen erklärt und aus ihrer Zeit heraus begriffen werden und Geschichte soll bestmöglichst zeigen, wie Dinge notwendig so geschehen sind, wie sie passiert sind.
„Je mehr man altert, desto mehr überzeugt man sich, dass Seine heilige Majestät der Zufall gut drei Viertel der Geschäfte dieses miserablen Universums besorgt."
— Friedrich II.
„Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte ?"
— Friedrich Schiller, Antrittsvorlesung, Jena (1789)
Schiller beantwortet die Frage damit, dass die Beschäftigung mit der Vergangenheit den Menschen ausbildet, seinen Blick über die eigene Zeit hinausweitet und ihn den Lauf der Welt verstehen lehrt. Genauer: Der Mensch bewohnt den schmalen Grat der wirklichen Gegenwart zwischen Vergangeheit und Zukunft - die Beschäftigung mit der Vergangeheit, von Ursachen und Wirkungen, gibt Halt für die Zukunft. Für Schiller war das Geschichtsstudium kein Selbstzweck, sondern ein wichtiges Instrument gesellschaftlicher Erkenntnis.
„Das Schloss lag nicht in Berlin, Berlin war das Schloss."
— Wolf Jobst Siedler, Essay-Sammlung "Abschied von Preußen" (1991)
Siedler unterstrich mit seiner Formulierung die historische, kulturelle und städtebauliche Bedeutung des Berliner Stadtschlosses dahingehend, dass im Gegensatz zu anderen europäischen Metropolen hier das Schloss das unbestrittene Herz und der eigentliche Identitätskern der Stadt war. Siedlers Ausführungen dienten nach der Wiedervereinigung als wichtiges Argument für die Rekonstruktion und den Wiederaufbau des historischen Berliner Schlosses.
„Tradition heißt nicht Asche bewahren, sondern die Flamme am Leben erhalten."
— Jean Jaurès (?) (ca. 1900)
Dieses berühmte Zitat wird unter anderem dem Staatsmann und Philosophen Thomas Morus, dem Komponisten Gustav Mahler oder Papst Johannes XXIII. zugeschrieben. Geprägt aber hat es aber wahrscheinlich Jean Jaurès Anfang des vergangenen Jahrhunderts.
„In einem geschichtslosen Land gewinnt die Zukunft, wer die Erinnerung füllt, die Begriffe prägt und die Vergangenheit deutet."
— Michael Stürmer, Gastbeitrag in FAZ (1986)
Stürmer beleuchtete den Zusammenhang zwischen Identität und Geschichte und plädierte dafür, dass die Deutschen eine neue, sinnstiftende Identität bräuchten, um in einer unruhigen Welt Orientierung zu finden.
„Was wir sind und haben - im höheren Sinn -, haben wir aus der Geschichte und an der Geschichte.
"
— Adolf von Harnack (1900)
Harnack - Theologe und Wissenschaftshistoriker - bringt damit zum Ausdruck, dass unsere Identität, Kultur und Werte untrennbar mit unserer Geschichte verwoben sind. Wir sind demnach immer die Summe der Erfahrungen und Entwicklungen, die vor uns lagen und bis heute nachwirken. Harnack war maßgeblich an der Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften beteiligt. Das "Harnack-Prinzip" zur Wissenschaftspolitik wurde zu einem Markenzeichen der Max-Planck-Gesellschaft.
„Das lernt sich in diesem Gewerbe recht, daß man so klug sein kann wie die Klugen dieser Welt und doch jederzeit in die nächste Minute geht wie ein Kind ins Dunkle."
— Otto von Bismarck, Briefnachlass (1864)
Bismarck fasst die Unberechenbarkeit der großen Politik zusammen. Er wollte ausdrücken, dass man trotz aller strategischen Planung letztlich nie weiß, was die Zukunft bringt.
„Geschichte macht nicht klug für ein andermal, sondern weise für immer."
— Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen (1868)
„Überhaupt – Gehorsam ist Prinzip, aber der Mann (Mensch) steht über dem Prinzip."
— Helmuth von Moltke (1889)
Das Zitat besagt, dass Gehorsam und Ausführungsverlässlichkeit zwar die Basis des Militärs (und jeglicher hierarchischen Strukturen) ist, eine führungskräftige Person in kritischen Momenten jedoch eigenverantwortlich und moralisch höher handeln muss, als starre Regeln es vorschreiben.
„Es ist die Aufgabe des Historikers, bloß zu zeigen, wie es eigentlich gewesen ist."
— Leopold von Ranke (1795-1886)
Eine der am meisten zitierten Aussagen zum Fach Geschichte; Ranke forderte, die Vergangenheit durch kritische Quellenarbeit objektiv und unvoreingenommen zu rekonstruieren.
„Wir leben in einer Epoche der "Gegenwartsschrumpfung". Eine solche lässt keine Zeit für eingehende Reflexion."
— Hermann Lübbe (1992)
Lübbe umfasst das Phänomen, dass der Zeitraum, in dem unsere Lebensverhältnisse und erlerntes Wissen eine verlässliche Konstanz aufweisen, durch rasanten wissenschaftlichen und technischen Fortschritt immer kürzer wird. Eine beschleunigte Gesellschaft braucht Bildung; das Wissen um die eigene Geschichte ist dabei eines der unverzichtbaren Elemente.
„Der Staat muß durch geistige Kräfte ersetzen, was er an physischen verlioren hat."
— Friedrich Wilhelm III (10. August 1807 in Memel)
„Die Geschichte gleicht einer Fahrt durch einen schwach beleuchteten Tunnel."
— Peter Sloterdijk
„Ich wollte, es wäre Nacht, oder die Preußen kämen."
— Arthur Wellesley, Herzog von Wellington (1815)
Wellington soll diesen Satz während der Schlacht bei Waterloo gesagt haben. Als seine Truppen dem massiven Ansturm Napoleons kaum noch standhalten konnten, sehnte er entweder das Einbrechen der Dunkelheit oder das Eintreffen der preußischen Verbündeten unter Generalfeldmarschall Blücher herbei. Die Preußen trafen am späten Nachmittag ein, was die Niederlage Napoleons besiegelte
„Die Vergangenheit zu verurteilen ist die beste Eselsbrücke, um sich nichts davon zu merken und um nichts daraus zu lernen."
— Lisa Eckhart (2020)
„Eine romantische Verherrlichung des Krieges lag den Königen von Preußen nicht; sie waren mit Kriegen so sparsam wie mit allem anderen. "
— Golo Mann, "Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts" (1958)
„Nicht zu wissen, was geschehen ist, bevor du geboren wurdest, heißt immer ein Kind zu bleiben."
— Marcus Tullius Cicero, Orator, Abschnitt 120 (46 v. Chr.)
Cicero fordert damit dazu auf, Geschichte zu lernen. Wer die Vergangenheit und die historischen Zusammenhänge seiner eigenen Gesellschaft nicht kennt, besitzt kein Fundament für reifes, erwachsenes Denken. Man bleibt naiv wie ein Kind, das, wenn überhaupt, nur den gegenwärtigen Moment versteht.
„Es gibt Jahrzehnte, in denen nichts passiert und es gibt Wochen, in denen Jahrzehnte passieren"
— N.N.